Leaky Gut Syndrom: Wenn der Darm löchrig wird

Über den Magen-Darm-Trakt und seine vielfältigen Aufgaben hast du wahrscheinlich schon Einiges gelesen. Auch, dass er die größte Grenzfläche zur Außenwelt darstellt. Über 1 Tonne Nährstoffe pro Jahr werden durch diese „Mauer“ geschleust. Sie setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen und bildet dadurch eine mehrschichtige Barriere.

Wenn nun diese „Mauer“ beschädigt ist, kann das erhebliche Folgen für unser Wohlbefinden bedeuten. Dann steigt die Darmpermeabilität; die Darmwand wird durchlässiger für schädliche Mikroorganismen, Giftstoffe und unverdaute Nahrungspartikel – man spricht vom „Leaky Gut“ oder dem „durchlässigen Darm“. Welche Bedeutung hat das für deine Gesundheit und dein Wohlbefinden hat?

Ursachen und Folgen von Leaky Gut

Der Begriff stammt aus dem Englischen und bedeutet „gestörte Darmpermeabilität“; umgangssprachlich spricht man vom „löchrigen, undichten Darm“. Eine gesunde Darmbarriere besteht aus mehreren Verteidigungslinien: der intestinalen Mikrobiota (besser bekannt als Darmflora), einer gesunden Darmschleimhaut mit entsprechender Schleimbildung und als drittes vom sogenannten GALT, dem darmassoziierten Immunsystem. Werden diese Verteidigungslinien dauerhaft geschwächt bzw. unkontrolliert durchbrochen, entsteht ein „Leaky Gut“.

Aus schulmedizinischer Sicht ist dieses Phänomen nach wie vor nicht anerkannt und wird belächelt. Denn es gibt keine klaren Richtlinien, wie ein solches Leaky Gut-Syndrom verlässlich diagnostiziert werden soll. Und trotzdem gibt es Erkrankungen, bei denen eine solche Störung festgestellt werden konnte. So zeigt sich immer öfter ein Zusammenhang zwischen einem „Leaky Gut“ und unterschiedlichen entzündlichen Erkrankungen, die mitunter nicht einmal im Darm lokalisiert sind, sondern durchaus auch andere Organe betreffen. Das Problem an der Sache ist, dass nicht genau gesagt werden kann, ob ein „Leaky Gut“ die Ursache oder die Folge einer Erkrankung darstellt.

Mit einem Leaky Gut in Verbindung gebracht werden

 

  • Akute und chronische Darmentzündungen
  • Verdauungsstörungen
  • Reizdarm
  • Allergien
  • Nahrungsmittelintoleranzen
  • Zöliakie
  • Migräne
  • Diabetes Typ-1
  • Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose, rheumatoide Arthritis, Hashimoto-Thyreoiditis, etc.
  • Psychische Erkrankungen wie Depressionen

 

Ein gesunder und gut funktionierender Darm ist lebensnotwendig, denn er stellt die Versorgung des Körpers mit Nährstoffen sicher. Gleichzeitig soll er jedoch vor dem Eindringen von schädlichen Mikroorganismen, Schadstoffen etc. schützen. Damit das gut klappt, findet man in der „Mauer“, sprich Dünndarmschleimhaut, bestimmte Transportkanäle (sogenannte „tight junctions“), die diesen Austausch gezielt und kontrolliert ermöglichen. Die „Mauer“ ist also von Haus aus nicht ganz dicht. In welchem Ausmaß diese Kanäle durchlässig sind, bestimmen körpereigene Botenstoffe.

Diese kontrollierte Durchlässigkeit ist deshalb von enormer Wichtigkeit. Kommt es zu dauerhaft geöffneten tight junctions, können mehr Substanzen in den Blutkreislauf des Menschen gelangen, als erwünscht. Stell dir das vor, wie eine Art Schiebtüre, die nun permanent offensteht und nicht mehr schließt. Die Folge davon ist logischerweise eine Reaktion des Darm-Immunsystems als Verteidigungssystem: Es kommt zu Entzündungen der Darmschleimhau und in weiterer Folge zur Schädigung der, auf der Schleimhaut befindlichen, Schleimschicht und der dort ansässigen Darmflora. Dadurch erhöht sich wiederum die Darmdurchlässigkeit – ein Teufelskreis beginnt. Das führt zur nächsten Reaktion der Darmpolizei. Durch die nun offene Schiebetüre gelangen jetzt auch bis dato ungefährliche Nahrungsbestandteile in den Blutkreislauf, die dort normalerweise nicht hingehören. Nahrungsmittelintoleranzen oder Lebensmittelallergien können sich entwickeln. Die Immunreaktion wird immer massiver und letztlich beginnt der Körper sich selbst anzugreifen – Autoimmunreaktionen sind die Folge. Doch auch andere Erkrankungen werden mittlerweile mit einem „Leaky Gut“ in Verbindung gebracht.

Symptome bei Leaky Gut

1. Müdigkeit, Antriebs- und Energielosigkeit
2. Wiederkehrende bzw. andauernde Magen-Darm-Probleme wie Durchfall oder Verstopfung, Blähungen, Sodbrennen und Krämpfe
3. Geschwächtes Immunsystem; es kommt zu höherer Infektanfälligkeit, Candida, möglichen Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten
4. Depressionen oder depressive Verstimmungen
5. Mangelerscheinungen aufgrund einer schlechteren Nährstoffaufnahme

Wie entsteht ein Leaky Gut?

Die moderne Zeit bietet leider nicht nur Fortschritt. Denn gerade unsere momentane Lebensweise beeinflusst unser Wohlbefinden mehr als uns bewusst ist. So sind Stress, falsche Ernährung, industriell stark verarbeitete Lebensmittel, Alkoholkonsum, Rauchen, Medikamente und verschiedenste Umweltgifte Schuld daran, dass die Darmflora durcheinandergewirbelt und in weiterer Folge auch die Darmwand geschädigt wird.

Eine Dysbiose (bakterielle Fehbesiedelung) entsteht durch:

  • Zu viel Zucker und raffinierte Kohlenhydrate (Weißmehlprodukte)
  • Falsche Fette: zu viel Frittiertes und Gebackenes
  • Mangelernährung: Nährstoffmängel können zu Stoffwechselerkrankungen beitragen (Adipositas, Diabetes Typ-2, Fettstoffwechselstörungen, …)
  • Künstliche Konservierungsmittel, Süßungsmittel, Farbstoffe, etc.
  • Hohen Alkoholkonsum
  • Medikamente: Antibiotika, Schmerzmittel, Antibaby-Pille, …
  • Stress: hohe Arbeitsbelastung, EDV-/Fernseh-/Handy-konsum, Beziehungsprobleme, Geldsorgen, etc.
  • Längerfristige Schlafstörungen
  • Umweltfaktoren: Schwermetalle, Lärm, Schadstoffe
  • Zu wenig Bewegung
  • Kaiserschnittgeburten- durch den fehlenden Kontakt mit der mütterlichen Darmflora bei der natürlichen Geburt entwickelt sich eine andere, immunologisch anfälligere Darmerstausstattung
  • Infektionen durch Bakterien, Viren und Pilze

Leaky Gut und Unverträglichkeiten

Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit (auch Intoleranz genannt) ist dadurch gekennzeichnet, dass bestimmte Nahrungsmittel bzw. Nahrungsmittelbestandteile nicht verdaut werden können. Am häufigsten treten jedoch die Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit), die Fruktoseintoleranz (Fruchtzuckerunverträglichkeit), die Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) sowie die Histaminintoleranz auf. Oft begünstigt das Leaky Gut Syndrom diese Unverträglichkeiten bzw. ist die Folge davon. Viele Menschen wissen aber gar nichts von ihrer Problematik und verbinden beispielsweise ihre Kopfschmerzen mit ganz anderen Ursachen. Meist sind jedoch Symptome, wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Verstopfung oder Durchfall vorherrschend.

Um herauszufinden, ob du an einer Lebensmittelunverträglichkeit leidest, solltest du über mehrere Wochen auf Produkte einer bestimmten Lebensmittelgruppe (etwa Milch oder Weizenprodukte) verzichten und darauf achten, ob sich eine Verbesserung einstellt. Führ‘ am besten ein Ernährungstagebuch!

Die richtige Ernährung bei Leaky Gut

Es gibt keine Ernährungsweise, die für alle Menschen mit dem Leaky Gut-Syndrom gleichermaßen gilt.

Zu meidende Lebensmittel bei Leaky Gut

1. Das wären zum einen einmal alle Lebensmittel, die Laktose enthalten, wie Milch und Käseprodukte. Lieber zu laktosefreien Milchprodukten greifen
2. Zum anderen betrifft das alle glutenhaltigen Getreidearten wie Roggen, Weizen, Hafer, Gerste, Dinkel und Grünkern und alle daraus hergestellten Produkte. Hier bieten sich alternativ Hirse, Buchweizen, Quinoa und Amaranth an
3. auch weitere raffinierte Kohlenhydrate wie Weißmehl, weißer Reis, weißer Zucker und alle Lebensmittel, die einen hohen Anteil an raffiniertem Zucker haben (z.B. Softdrinks) sind zu meiden
4. Eine weitere Gruppe von Lebensmitteln, die man meiden sollte, sind alle lektinhaltigen Produkte wie Vollkorn, Hülsenfrüchte, Nachtschattengewächse
5. Vermeiden sollte man auch Fastfood, das meistens ungesunde Fette und Gluten enthält
6. Alle Lebensmittel mit Zusatzstoffen sollte man lieber liegen lassen

Lektine gehören zu den sogenannten „Antinährstoffen“. Pflanzen bilden sie aus, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Wir finden Lektine in erster Linie in den Schalen von Hülsenfrüchten und Getreiden. Wenn wir nun sehr viel von diesen Substanzen zu uns nehmen, dann hat das zwar keine tödliche Wirkung, wie in der Natur bei Käfern und Insekten, aber es kann auf lange Sicht gesehen unser Wohlbefinden einschränken und Einfluss auf unsere Darmgesundheit nehmen.

Empfehlenswerte Lebensmittel bei Leaky Gut

1. Lebensmittel, die viel L-Glutamin enthalten, wie etwa Fisch, Meeresfrüchte, Soja, Topfen, Käse, rohes Fleisch, Geräuchertes Fleisch
2. Lebensmittel mit vielen Omega 3-Fettsäuren wie Lachs, Makrele und Thunfisch, Rapsöl, Hanföl, Leinöl oder Walnussöl, aber auch Nüsse und Samen sowie Avocado
3. Probiotische Lebensmittel wie Joghurt, Kefir, Fermentiertes, Kombucha, etc.
4. Präbiotische Lebensmittel, die sehr faserreich sind und zur Vermehrung von schützenden Darmbakterien beitragen. Natürlich nur, wenn sie auf Grund ihres FODMAP-Gehalts auch vertragen werden. Präbiotisch sind z.B. Buchweizen, Hirse, Chicoree oder Bananen

Noch ein Wort zu den Kohlenhydraten: Bestimmte Kohlenhydrate können vom Dünndarm kaum aufgenommen werden, sondern werden erst im Dickdarm von den Bakterien fermentiert oder vergärt. Diese Gruppe wird auch als FODMAP bezeichnet.

Wofür steht FODMAP?

Er kommt aus dem Englischen und setzt sich aus den Anfangsbuchstaben vergärbarer Zucker zusammen: Fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide und Polyole. Es handelt sich dabei um Einfach- (Fruktose), Zweifach- (Laktose) und Mehrfachzucker (Galaktane, Fruktane) sowie um Zuckeralkohole wie Sorbit, Xylit und andere. Diese Zuckerbausteine können von den Darmbakterien mangels passender Verdauungsenzyme nicht abgebaut, sondern lediglich vergoren werden.
Diese FODMAPS findet man in vielen verschiedenen Lebensmitteln in unterschiedlicher Menge, wobei sie per se noch nicht gesundheitsschädlich sind. Denn sie werden von manchen nützlichen Darmbakterien als Nahrung verwertet.

Einige Wissenschaftler sind allerdings der Meinung, dass sich diese FODMAPS negativ auf die Darmbarriere auswirken können. Durch den Vergärungsprozess können Entzündungen in der Darmschleimhaut entstehen, was wiederum ein Leaky Gut forciert. Gerade bei Personen mit Reizdarmsyndrom könnte die FODMAPS-Theorie ein neuer Anhaltspunkt sein.

Für Menschen, die immer wieder mit Blähungen, Durchfall oder Bauchkrämpfen zu kämpfen haben, ist es daher ratsam, eine Zeit lang (6 bis 8 Wochen) auf die oben genannten zuckerhaltigen Lebensmittel zu verzichten. Am besten mit dem Arzt absprechen!

Diese Lebensmittel enthalten viel FODMAP

Dazu gehören Obstsorten wie beispielsweise Äpfel, Weintrauben, Pfirsiche, Mangos, Pflaumen oder Kirschen, verschiedene Gemüsesorten wie Kohl, Pilze, Zwiebel und Knoblauch, aber auch Getreideprodukte aus Weizen und Roggen und Zuckeraustauschstoffe, die in diversen Light-Produkten eingesetzt werden.

Wie erkenne ich einen Leaky Gut?

Mittlerweile gibt es Möglichkeiten der Diagnostik, die hier hilfreich sein können. Solltest du dich im Laufe des Beitrags wiedergefunden zu haben, kannst du mittels unterschiedlicher Tests Licht ins Dunkel bringen.

Hier empfehlen wir, dem Darm mittels Stuhlanalyse Aufmerksamkeit zu schenken. Mit dem medivere Gesundheitscheck Darm kannst du das ganz einfach von zu Hause aus machen. https://www.medivere.de/shop/Alle/Gesundheitscheck-Darm-plus.html?listtype=search&searchparam=darm

Dieser Stuhltest beinhaltet die mikrobiologische Analyse der Zusammensetzung der Mikrobiota sowie die quantitative Untersuchung auf Verdauungsrückstände, α-1-Antitrypsin, Calprotectin, Gallensäuren, Pankreas Elastase, sekretorisches IgA, Zonulin

Was besagen diese Parameter?

Zonulin
Zonulin ist ein Protein, das an der Regulation der Durchlässigkeit der tight-junctions der Epithelschicht des Darmes wesentlich beteiligt ist. Liegt es erhöht vor, kommt es zum „Leaky gut“. Patienten mit aktiver Zöliakie zeigen zum Beispiel erhöhte Werte dieses Proteins.

Alpha-1-Antitrypsin
Alpha-1-Antitrypsin weist auf eine Entzündung an der Darmschleimhaut hin, es ist aber oft auch ein sicherer Indikator für eine erhöhte Darmpermeabilität.

Sekretorisches IgA
sIgA kann durch einen Immundefekt erniedrigt vorliegen bis fehlen, zeigt aber auch bei Zöliakie-Patienten niedrige Werte. Liegt gesichert kein Immundefekt vor, ist ein geringes sIgA immer ein Zeichen für einen nicht regulär funktionstüchtigen Darm und eine erhöhte Schleimhautpermeabilität.

Calprotectin
Dieses calciumbindende Protein ist ein Hinweis auf eine invasive Schleimhaut-entzündung. Calprotectin ist im Gegensatz zum alpha-1-Antitrypsin weniger sensitiv, zeigt aber auch bei schweren Entzündungen noch einen relativ guten linearen Verlauf, wodurch vor allem der Verlauf schwerer entzündlicher Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa beobachtet werden kann.

Wende dich unbedingt an einen erfahrenen Arzt, der dir bei deiner Befundung hilft.

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