Säure-Basen-Haushalt: Wenn der Körper übersäuert

Immer wieder begegnet uns der Begriff „Übersäuerung“. Doch was ist das eigentlich? Gibt es sie wirklich und wie entsteht sie? Wir haben einige wichtige Tipps im Gepäck, wie du selbstverantwortlich einer „Übersäuerung“ vorbeugen kannst – und das belegt durch die Wissenschaft.

Grundlagen des Säure-Basen-Haushaltes

Ein kurzer Abstecher in die Welt der Chemie bleibt uns dabei leider nicht erspart! Der Däne Brønsted hat die Begriffe Säure und Base folgendermaßen definiert:
Eine Säure ist eine Substanz, die sogenannte Protonen (H+-Ionen) abgibt, wohingegen eine Base Protonen aufnehmen kann. Typische Säuren sind z.B. Kohlensäure (H2CO3), Salzsäure (HCl), Schwefelsäure (H2SO4), etc. Wenn wir die Protonen (H+-Ionen) abspalten, entstehen aus den Säuren die Basen, d.h. Carbonat (HCO3-), Chlorid (Cl-), Sulfat (HSO4-). Was du sofort erkennst, ist, dass Säuren und Basen unzertrennlich zusammengehören.

Da im menschlichen Körper ständig biochemische Auf- und Abbauprozesse stattfinden, hat der Mensch natürlich verschiedenste Mechanismen, um diese zu regulieren. Dabei entstehen auch toxische Substanzen, die unschädlich gemacht bzw. abtransportiert werden müssen. Dazu dienen uns verschiedene Puffersysteme, aber auch unsere Ausscheidungsorgane: Haut, Lunge, Leber, Darm und Nieren. Wenn wir also von einer latenten Übersäuerung sprechen, hat das immer etwas mit der Entgiftung des Körpers zu tun.

Ein Beispiel

Allein bei jedem Atemzug entsteht im Körper Kohlendioxid (CO2) – und wir wissen, dass zu viel CO2 schädlich ist. Damit dieses CO2 im Körper nicht überhandnimmt, atmen wir es über die Lunge aus. Doch woher kommt das CO2? Wir bilden es im Körper selbst in Form von Kohlensäure, die sich quasi in Wasser und CO2 spaltet, was wir dann eben über die Lunge bzw. Niere ausscheiden. Und das ist ein wichtiger Mechanismus, um den Organismus nicht zu übersäuern und zu schädigen.

Was genau ist der pH-Wert?

Der pH-Wert ist eine Messgröße des Säure-Basen-Haushaltes. Das p steht für potentia (Kraft), das H für Hydrogenium (Wasserstoff). Dabei wird die Konzentration der Wasserstoff-ionen (H+-Ionen) gemessen, wobei der Messbereich von 0-14 liegt. Man spricht bei einer Skala von 0 bis 7 vom sauren Bereich, bei Werten von 7 bis 14 vom basischen Bereich. Ein pH-Wert von 7 ist neutral, d.h. positiv und negativ geladene Teilchen befinden sich im Gleichgewicht. Das bedeutet also, je höher die Konzentration an Wasserstoffionen, desto niedriger und saurer der pH-Wert.

• Der Magen weist den sauersten pH-Wert auf: Die gebildete Salzsäure zersetzt unsere Nahrung und tötet schädliche Mikroben ab. Der pH-Wert des Magensafts liegt nüchtern, d.h., ohne enthaltener Nahrung, zwischen 1,0 und 1,5. Wird der Magen mit Speisebrei gefüllt, steigt der pH-Wert im Magen auf Werte zwischen 2 und 4.
• Auf der Haut bildet sich überwiegend ein saures Milieu (pH 4,7 – 5,75), wo dann „gute“ Bakterien schädliche Einflüsse abwehren. Man spricht vom „Säureschutzmantel“ der Haut. Über den Schweiß werden überschüssige Säuren ausgeschieden. Daraus folgt: Kosmetika, die pH-hautneutral sind, sind eigentlich sauer.
• Der Speichel ist meist leicht sauer, bekämpft schädliche Bakterien im Mund und schützt die Zähne. Die Verdauung der Nahrung beginnt praktisch schon im Mund.
• Im Dünndarm finden wir meist basische Werte über 8. Hier wird der saure Speisebrei durch basische Pankreassäfte der Bauchspeicheldrüse neutralisiert. Das ist wichtig, denn sonst würde unsere Darmschleimhaut angegriffen und vom ätzenden Speisebrei zersetzt werden.
• Im Urin variiert der pH-Wert zwischen 4,8 und 7,6. Grundsätzlich spiegelt der pH-Wert im Urin unsere Ernährungsgewohnheiten wider.
• Im Blut ist der pH-Wert konstant bei 7,4. Der Säure-Basen-Haushalt des Blutes wird von einem ausgefeilten Regulationssystem gesteuert. Bereits geringe Abweichungen können zu schweren Organschäden führen. Dafür sind verschiedene Puffersysteme da, wie der Kohlensäure- (Bicarbonat-), der Phosphat-, der Protein- und der Hämoglobinpuffer.

Da der Körper normalerweise von Haus aus den pH-Wert im Blut in einem engen Rahmen konstant hält, ist es nicht notwendig Maßnahmen zu ergreifen, um den pH-Wert in die eine oder andere Richtung zu beeinflussen. Durch Veränderung der Atmung kann der pH-Wert kurzfristig leicht erniedrigt sein, wird aber sofort durch eine veränderte Stoffwechsellage kompensiert. Erst wenn das nicht mehr gelingt, sinkt der pH dauerhaft und kann lebensbedrohliche Blut-pH-Werte zur Folge haben.
Es gibt aber auch Erkrankungen, wie z.B. Diabetes mellitus, die zu einer Veränderung des Stoffwechsels führen und der Körper mittels vermehrter Atmung das entstandene CO2 ausscheiden muss, um den pH-Wert wieder zu steigern. Man unterscheidet hier die Begriffe „respiratorische Azidose“ und „metabolische Azidose“.

Die respiratorische Azidose ist mit einer vermehrten Bildung und zugleich unzureichenden Abatmung von Kohlendioxid verbunden; dadurch reichert sich CO2 im Organismus an und hat schädigende Auswirkungen zur Folge. Das kann bei Lungen-entzündungen, COPD oder schweren Asthmaanfällen passieren.

Die metabolische Azidose zeigt sich durch vermehrte Säurebildung und unzureichende Ausscheidung von Giftstoffen über die Niere. Diabetes mellitus Typ I ist eine Erkrankung, die das zur Folge hat, aber auch Alkoholmissbrauch, Hungerzustände, Schock und Nieren- oder Leberschwächen können eine Stoffwechselentgleisung verursachen. Auch Medikamente, wie z.B. das bei Diabetes Typ II eingesetzte Metformin, können eine Azidose hervorrufen.

Auch unsere Knochen und Zähne sind an der Säure-Basen-Regulation beteiligt und stellen ein weiteres wichtiges Puffersystem dar. Der Knochen dient als Speicherort für Mineralstoffe und unterliegt einem ständigen Auf- und Abbau. Bei einer erhöhten Säurelast nimmt der Knochen einen Teil der Protonen auf. Im Austausch werden Natrium- und Kaliumionen (Na+, K+) und in späterer Folge auch Calciumcarbonat und Calciumhydrogenphosphat aus dem Knochen in die sogenannte extrazellulare Flüssigkeit, das ist die Flüssigkeit rund um die Zellen, abgegeben. Auf der anderen Seite fangen unsere Knochen ein zu viel an Basen ab und sind dadurch ein weiteres wichtiges Regulativ.

Wie reguliert man seinen Säure-Basen-Haushalt?

Für die Regulation des Säure-Basen-Haushaltes gibt es im Körper verschiedene Regulationsmechanismen. Fassen wir nochmals kurz zusammen:

  • Puffersysteme im Blut
    Die verschiedenen Puffersysteme im Blut sorgen für die Aufrechterhaltung des pH-Wertes im Blut. Das ist lebensnotwendig! Zu diesen basischen Puffern gehören der Phosphat-, der Protein- und der Hämoglobinpuffer. Der Bicarbonat-Puffer – der größte Puffer im Körper stabilisiert den pH-Wert
  • In der Lunge: Ausatmung von Kohlendioxid
  • In der Niere: Ausscheidung von H+-Ionen über den Urin
  • In der Leber: Glucose-neubildung und damit Abbau von Laktat (Milchsäure)
  • Im Skelettmuskel: Abbau von Laktat
  • Im Knochen: Basische Mineralsalze werden gespeichert und nach Bedarf freigesetzt

Wenn wir also von Übersäuerung sprechen, ist eine sogenannte latente Gewebsazidose gemeint, ein Zustand, der den Gesamtorganismus betrifft, nicht aber den Blut-pH. Der Begriff stammt aus der Komplementärmedizin. Gemeint ist eine Verringerung der gesamten Pufferkapazitäten im Organismus durch vermehrten Bedarf an Pufferbasen. Besonders ältere Personen mit eingeschränkter Nierenfunktion sind hier gefährdet. Ganz allgemein kann man sagen, dass die Säure-Basen-Regulation eines 75-jährigen nur mehr 25% der Kapazität im Vergleich zu einem 30-jährigen erreicht.

Außerdem sollte der Begriff Übersäuerung auch ganz klar abgegrenzt werden von Beschwerden wie z.B. Sodbrennen oder unspezifische gastritische Beschwerden, die durch die Magensäure und/oder einer Fehlbesiedelung mit Helicobacter pylori hervorgerufen werden.

Der Magen – wichtigster Basenbildner

Der Magen ist das zentrale Regulationsorgan des Säure-Basen-Haushaltes, doch muss man hierbei einige Dinge berücksichtigen und darf nicht alles in einen Topf werfen. Im Magen werden nämlich sowohl Säuren (Salzsäure), aber auch entsprechend Basen (Natriumbicarbonat) gebildet. Es werden sogar wesentlich mehr Basen als Säuren gebildet. Doch wie funktioniert das im Magen? Die Salzsäure wird ins Mageninnere abgegeben und erfüllt dort wichtige Aufgaben hinsichtlich der Verdauung und der Abwehr von möglichen schädlichen Keimen, die wir über die Nahrung in den Körper bringen. Gleichzeitig produzieren die Belegzellen der Magenschleimhaut eine starke Puffersubstanz: das Natriumhydrogencarbonat. Diese Base wird an das Blutsystem abgegeben und zu den „basophilen Organen“ transportiert. Alle Speicheldrüsen, die Leber, die Galle und der Dünndarm bilden basische Sekrete, die wiederum essenziell für die Verdauung sind. Weitere basophile Organe sind auch die Brustdrüsen der Frau, die Prostata und die Grundsubstanz, die pauschal als Bindegewebe bezeichnet wird. Die Grundsubstanz befindet sich rund um die Zellen herum und ist wichtig, dass der Transport von Stoffwechselprodukten oder Nährstoffen zwischen den einzelnen Zellen überhaupt möglich ist. Dabei werden natürlich auch Abfallprodukte (Schlacken) abgegeben, die dann über die Nieren ausgeschieden werden müssen. Die vermehrte Neigung zu Cellulite kann das widerspiegeln.

Je mehr Säuren im Körper sind, desto mehr Base brauchen wir, um zu neutralisieren. Aber wie wir gerade gehört haben, wird automatisch auch bei jeder Basenproduktion im Magen Salzsäure freigesetzt. Dadurch sinkt jedoch der pH-Wert im Magen noch weiter ab. Je niedriger dieser pH-Wert wird, umso schädlicher ist die Magensäure für den Körper, weil sie immer ätzender wird. Um sich zu schützen, stellt der Magen letztlich die Produktion von Salzsäure ein – dadurch aber wiederum auch die Herstellung der Basen. Ein Teufelskreis beginnt! Auch die langfristige Einnahme von Protonenpumpenhemmern (PPI) zur Hemmung der Magensäureproduktion stört dieses physiologisch relevante System massiv.

Ursachen einer Übersäuerung

1. Falsche Ernährung: zu wenig basenbildende Lebensmittel werden konsumiert – lediglich Obst, Gemüse, Salat und stille Mineralwässer sind basisch
2. Getränke: Sauer machen auch Getränke wie Cola, Kaffee, kohlensäurehaltige Drinks und Softdrinks
3. Alkohol und Nikotin: Beim Abbau von Alkohol werden wertvolle Mineralstoffe und Spurenelemente wie Magnesium, Calcium und Zink verbraucht. Außerdem entwässert Alkohol. Nikotin bringt ebenfalls den pH-Wert aus dem Gleichgewicht
4. Stress: Zu viel Druck im Job oder im privaten Bereich kann eine Übersäuerung fördern
5. Zu intensiver Sport: Exzessives Training kann den Körper übersäuern. Besser sind regelmäßige, moderate Aktivitäten
6. Zu wenig Bewegung – auch das ist kontraproduktiv
7. Elektrosmog: ständig am Mobiltelefon oder am Laptop kann den Körper ziemlich beanspruchen. Digital Detox heißt hier die Lösung

Symptome einer Übersäuerung

Folgenden Anzeichen können auf eine Übersäuerung deines Körpers hindeuten:

  • Müdigkeit und Erschöpfung
    Du fühlst dich ständig müde und schlapp, kannst schlecht einschlafen und nicht gut durchschlafen
  • Hautprobleme
    Eine unreine Haut, immer wieder Pickel sind mögliche Symptome eine Übersäuerung, da der Körper die Säuren auch über die Haut abbaut. Der Schutzschild der Haut wird zerstört
  • Cellulite
    Säuren reichern sich im Bindegewebe an; die Haut verliert an Festigkeit
  • Muskel- und Gelenksbeschwerden
  • Zahnprobleme
    Dasselbe gilt für die Zähne. Ist der pH-Wert im Mund zu niedrig, können sich Viren und Bakterien leichter vermehren und fördern so Karies
  • Konzentrationsstörungen
  • Möglicherweise Migräne und Spannungskopfschmerzen
  • Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Gewichtsprobleme
    Ist der Körper übersäuert, kann die Säure nicht mehr abgebaut werden. Sie lagert sich dann im Fettgewebe an. Bei Frauen meist an Po und Oberschenkel, bei Männern am Bauch. Man legt an Gewicht zu
  • Veränderungen an Haaren und Nägeln – vermehrt Haarausfall, glanzloses Haar und brüchige Nägel

 

Auswirkungen einer Übersäuerung

Durch Studien belegbar sind derzeit nur die Auswirkungen einer Übersäuerung auf den Knochen in Form der schon erwähnten Entmineralisierung, besser als Osteopenie bzw. Osteoporose bekannt. Ansonsten findet man in der Literatur beschriebene Beschwerden wie ganz allgemeine Befindlichkeitsstörungen, wie Müdigkeit, Erschöpfung, Antriebsschwäche, etc. Auch eine erhöhte Allergiebereitschaft und Auswirkungen auf unser Immunsystem werden diskutiert, sind aber noch nicht ausreichend belegbar.

Was hat mein Lebensstil mit Übersäuerung zu tun?

Gerade durch unseren Lebensstil können wir eine latente Gewebsazidose aber maßgeblich beeinflussen. Insbesondere unsere Ernährung und Getränke können den Säure-Basen-Haushalt deutlich beeinflussen. Wir unterscheiden „säure-generierende“ und „basische“ Lebensmittel. Der PRAL-Wert (kurz für: Potential Renal Acid Load) wird in Milliäquivalent pro 100 g Lebensmittel (mEq/100 g) angegeben und gibt die potenzielle Säurebelastung der Nieren bzw. die Säureproduktion durch ein Lebensmittel an. Je höher dieser Wert (positives Vorzeichen), desto höher auch die Säurebildung im Körper und desto mehr Säure muss auch über die Niere ausgeschieden werden. Lebensmittel, die im Körper basisch verstoffwechselt werden, haben ein negatives Vorzeichen und gleichen einerseits die Säurebildung aus und entlasten dadurch auch die Ausscheidung über die Niere. Je negativer, desto basischer. Basen können dem Körper lediglich durch Gemüse und Obst Basen zugeführt werden können. Im Gegensatz dazu führen der Konsum von viel Fleisch und Wurst, aber auch Fisch, Käse und Getreideprodukte zu einer vermehrten Säurebelastung.

Eine Erkrankung, bei der diese Säure-Basen-Regulation nicht mehr funktioniert, ist beispielsweise die Gicht. Sie zählt zu den Wohlstandserkrankungen und zeichnet sich durch erhöhte Harnsäurebildung aus. Die Harnsäurekristalle setzen sich in den Gelenken fest und verursachen Schmerzen und Entzündungsprozesse. Die Harnsäure entsteht beim Abbau von Proteinen (Fleisch) und Alkohol. Bei Vegetariern und Veganern kommt diese Erkrankung so gut wie nicht vor, was nahelegt, dass eine pflanzenbasierte Ernährung, die dem Organismus wesentlich mehr Basen bereitstellt, positive Auswirkungen hat im Vergleich zu einer sehr säurelastigen Ernährung.

Das bedeutet aber nicht, dass wir auf Fleisch, Fisch, etc. verzichten müssen. Es geht lediglich darum, dass der Konsum von säuernden zu basischen Lebensmitteln in einem entsprechenden Verhältnis stehen soll (20:80). Die heute übliche Kost verarmt an basischen Komponenten und besteht größtenteils aus Weißmehlprodukten, Zucker, tierischem Eiweiß, Alkohol und zuckerhaltigen Getränken.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist Stress! Dauerhafte bzw. langfristige psychische Überbelastung kann genauso eine latente Übersäuerung des Gewebes fördern. Das gleiche gilt auch für körperliche Stresssituationen. Unprofessionelles Sport- bzw. Fitnesstraining zwingt den Körper in eine sogenannte anaerobe Energiegewinnung, bei der sehr viel Lactat entsteht. Lactat ist ebenfalls eine Säure, die bei dauerhaftem Falsch- aber auch Übertraining zu entsprechenden Stoffwechselbelastungen führt. Dieser Zustand wird oft noch durch einen nicht berücksichtigten Mehrbedarf an Mikronährstoffen und einer erhöhten Bildung von freien Radikalen beim Sport verschärft.

Umgekehrt ist die weit verbreitete Bewegungsarmut genauso förderlich für eine Übersäuerung. Durch regelmäßige und intensive Bewegung sowie intensives Schwitzen werden auch Entsäuerungsmechanismen aktiviert – sowohl über die Haut, als auch durch die Atmung. Wenn diese ungenutzt bleiben, bilden sich vermehrt „Gewebsschlacken“ und saure Produkte, die in weiterer Folge Einfluss auf die Mikrozirkulation haben und orthopädische Beschwerden begünstigen können.
Die Basen im Körper werden auch über den Stuhl ausgeschieden und im Darm von unserer Darmflora verbraucht. Bei Durchfall kann dieser Verbrauch massiv ansteigen. Auch bei einer Fehlbesiedelung im Darm (Dysbiose) werden durch zu viel Fäulnisflora vermehrt Basen wie Bicarbonat verbraucht.

Tipps für einen gesunden Säure-Basen-Haushalt

Wenn du einige hier angeführte Tipps beherzigst, kannst du deinen Säure-Basen-Haushalt selbst positiv beeinflussen.

  • Ernährung
    Für einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt solltest du auf eine Ernährung achten, die zu etwa 80 Prozent aus basischen und zu etwa 20 Prozent aus säurebildenden Lebensmitteln besteht. Ob ein Lebensmittel sauer oder basisch ist, kann für den Laien etwas irritierend sein. Denn gerade Zitrusfrüchte enthalten zwar Säuren, werden aber basisch verstoffwechselt. Zu Beginn einer Umstellung auf vermehrt basische Lebensmittel kannst du zusätzlich auch hochwertige Mikronährstoffpräparate, die ohne Aromen oder Konservierungsstoffe auskommen, zurückgreifen.
    • Basenbildende Lebensmittel
      Generell sind vor allem Gemüse und Obst basenbildend.
      Stark: Rosinen, getrocknete Feigen, Spinat, Grünkohl, Fenchel, Kräuter, Blattsalate, Kartoffeln, Gemüsesäfte, Kaffee, Orangensaft, aber auch Zitronen
      Schwach: Molke, Essig, grüne Bohnen, Haselnüsse, Butter, Pilze, Honig, Kräutertee, Mineralwasser ohne Kohlensäure
    • Säurebildende Lebensmittel
      Stark: Fleisch, Wurst, Fisch, Meeresfrüchte, Käse, Eier, Getreide, Reis, Erdnüsse
      Schwach: Milch, Rahm, Naturjoghurt
    • Neutrale Lebensmittel
      Olivenöl, Sonnenblumenöl, Kefir, Schlagobers, Ghee
  • Atmung
    Versuche, ganz bewusst zu atmen und immer wieder mal kräftig auszuatmen, denn über die Lunge atmen wir täglich große Mengen an Säuren (in Form von Kohlendioxid) aus. Viel Bewegung an der frischen Luft, leichtes Ausdauertraining oder ausgedehnte Spaziergänge helfen dabei, den Säure-Basen-Haushalt zu regulieren.
  • Die Leber schonen
    Die Leber ist ein sehr wichtiges Organ in Sachen Säure-Basen-Gleichgewicht. Sie ist unser wichtigstes Entgiftungsorgan. Du kannst deine Leber unterstützen, indem du keinen (oder nur wenig) Alkohol trinkst und auch nicht zu viele Medikamente einnimmst. Ernährungsmäßig kannst du deiner Leber mit Bitterstoffen helfen. Iss mehr bitter schmeckende Kräuter, Gemüse und Obst oder trinke hin und wieder Kräutertees mit Bitterstoffen wie beispielsweise Tausendgüldenkraut oder Löwenzahn, etc.
  • Bewegung bringt‘s
    Über den Schweiß kann dein Körper überschüssige Säuren gut loswerden. Daher ist sportliche Betätigung eine sinnvolle Möglichkeit deine Säurebilanz zu verbessern. Regelmäßiger, moderater Ausdauersport garantiert außerdem eine gute Sauerstoffversorgung.
    Achtung! Zu intensives oder gar exzessives Training kann zu einer Übersäuerung führen. Bei Überbeanspruchung wird vermehrt Laktat gebildet, das deinen Säure-Basen-Haushalt belasten kann.
  • Regelmäßig schwitzen
    Auch Saunabesuche helfen, deinen Körper zu entsäuern. Allerdings ist zu beachten, dass gerade die finnische Sauna insbesondere mit Aufgüssen aufgrund der hohen Temperatur problematisch für so manchen Kreislauf sein kann. Für den Körper bedeuten solche Saunagänge Stress! Wer die hohen Temperaturen nicht verträgt für den sind Biosaunen eine gute Alternative. Die Temperaturen liegen hier um die 60°C und die zusätzlich hohe Luftfeuchtigkeit garantiert die Verträglichkeit – schwitzen wirst du dabei genauso! WICHTIG: Auf das Trinken von Wasser nicht vergessen!
  • Stress abbauen
    Es ist inzwischen zwar schon eine Binsenweisheit, dass permanenter Stress schädlich ist und eben auch zu Übersäuerung führen kann. Dennoch ist es nicht immer leicht, dem Stress zu entkommen. Verantwortlich dafür sind die Stress-Hormone Cortisol und Adrenalin. Bei Stress wird die Verdauung heruntergefahren, Leber und Nieren arbeiten auf Sparflamme und auch die Atmung leidet; sie wird flacher und die Ausscheidung überschüssiger Säuren wird weniger.
  • Baseninfusionen
    Besonders bei älteren, multimorbiden Personen, die von ständiger Erschöpfung und Antriebslosigkeit klagen, kann eine Baseninfusion durchaus eine Option sein.
  • Mikronährstoffe können unterstützen
    Um gar nicht erst in ein Basendefizit zu kommen oder begleitend zu einer ausgewogenen (überwiegend basischen) Ernährung können auch bestimmte Mikronährstoffprodukte eingenommen werden.Etwa unsere Basenpulver Sticks, die viele basische Mineralstoffverbindungen enthalten: Alle 4 Elektrolyte Magnesium, Calcium, Kalium und Natrium sowie die basischen Citrate, Carbonate und Hydrogencarbonate und das Spurenelement Zink als Cofaktor für die Carboanhydrase. Die Carboanhydrase ist ein wichtiges Enzym im Magen, das die Säure-Basen-Bildung reguliert. Zink trägt zu einem normalen Säure-Basen-Stoffwechsel bei. Magnesium sorgt für ein normales Elektrolytgleichgewicht. Kalium und Magnesium unterstützen das Nervensystem und gemeinsam mit Calcium sind sie für eine normale Muskelfunktion wichtig. Essenziell sind Magnesium und Calcium auch für einen ausgeglichenen Energiestoffwechsel. Einnahme: 1x täglich in Wasser einrühren, am besten abends

Das sind die häufigsten Irrtümer bei Übersäuerung

1. Sind wir alle übersäuert?
Nein, das ist definitiv nicht der Fall. Unser Ernährungsverhalten und vor allem sehr einseitige Kost beeinflussen zwar die Entstehung einer Gewebsazidose; es dauert aber sehr lange bis sämtliche Pufferkapazitäten erschöpft sind. Erst danach können körperliche Symptome spürbar werden.

2. Ist ein saurer Magen das gleiche wie eine Gewebsübersäuerung?
Die Übersäuerung des Magens ist nicht mit „chronischer Azidose“ gemeint. Der pH-Wert des Magens ist sauer und das soll auch so sein. Erst eine angegriffene Magenschleimhaut macht die Säure im Magen schmerzhaft. Dann spricht man von Hyperazidität des Magens. Die schützende Funktion der Magenschleimhaut ist beeinträchtigt und macht die ätzende Wirkung der Magensäure deutlich.

3. Muskelkater wird nicht durch Milchsäure verursacht.
Das ist ein sehr veralteter Irrtum, der sich nach wie vor beständig hält. Ein Muskelkater entsteht durch kleinste Risse in der Muskulatur, beispielsweise nach zu intensiver sportlicher Betätigung oder auch zu schwerer körperlicher Arbeit, und hat nichts mit einem Zuviel an Laktat im Muskel zu tun. Ermüden kann die Muskulatur durch eine Anreicherung von Laktat allerdings wesentlich rascher.

4. Kann ich eine Übersäuerung mittels Urintest nachweisen?
Ja, eine latente Übersäuerung lässt sich durch eine Messung des Urin-pH-Werts feststellen. Die Teststreifen dazu bekommst du in deiner Apotheke.
WICHTIG: Da der pH-Wert im Urin starken tageszeitlichen Schwankungen unterworfen ist, ist es besonders wichtig mehrmals täglich den pH-Wert zu bestimmen. Mindestens 5 x täglich über 5 Tage hindurch zu immer denselben Tageszeiten ergeben ein gutes Ergebnis. Messwerte von pH 5-8 sind nicht außergewöhnlich. Morgens ist der pH-Wert meist niedrig und steigt nach den Mahlzeiten erheblich an, was physiologisch so sein muss.

5. Saure Lebensmittel erhöhen den pH-Wert im Blut.
Der pH-Wert im Blut bleibt normalerweise konstant, da eine leichte pH-Wert-änderung schon lebensbedrohlich wäre. Dafür sorgt der Körperstoffwechsel von selbst. Eine sehr säurelastige Ernährung und dauerhaft ungesunde Lebensweise mit viel Stress fördern jedoch eine chronisch latente Gewebsazidose, aber es kommt kaum zu Verschiebungen des pH-Werts im Blut.

 

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