Babys erstes Lebensjahr: Das passiert in den ersten 12 Monaten

Ein Baby zu bekommen ist ein Ereignis und verändert das Leben der Eltern. Solltet ihr vielleicht in absehbarer Zeit Mutter- und Vaterfreuden entgegensehen oder gerade ein frisch geschlüpftes Baby in den Händen halten, ist es gut, sich bereits vorher einige Gedanken über die Entwicklung des Kindes zu machen. Gerade im ersten Lebensjahr passieren viele Dinge, die Eltern und Baby fordern. Denn alle brauchen Zeit, sich an die neue Situation zu gewöhnen. 

Die einzelnen Entwicklungsstufen

Eines gleich vorweg: Die folgenden Entwicklungsphasen sollen keine fixe Vorlage sein, sondern nur eine Orientierung, denn jedes Kind hat seine eigene Geschwindigkeit, mit der es sich entwickelt. Es genügt, als Eltern aufmerksam zu sein, das Kind zu beobachten und es beim Erlernen seiner Fähigkeiten ohne Druck zu fördern. Ganz wichtig ist auch zu beachten, dass jedes Kind einzigartig ist. Daher sollte man auch Kinder nicht untereinander vergleichen.
Als Eltern werdet ihr bemerken: Es geht alles ziemlich rasch. Eben war das Baby noch ganz klein und unbeholfen und ohne Eltern hilflos. Und auf einmal kann es gehen und sprechen. Natürlich gab und gibt es dazwischen schlaflose Nächte und Tränen, wenn die ersten Zähne kamen oder einfach alles zuviel wird. Eltern zweifeln manchmal, ob alles richtig ist, was sie tun. Sie fühlen sich vielleicht überfordert, was aber ganz normal ist. Das Kind achtet nicht auf bestimmte Tageszeiten. Wenn es Hunger hat oder unzufrieden ist, schreit es. Sowohl Kind als auch Eltern stehen einem neuen Leben gegenüber, an das man sich erst gewöhnen muss. Doch letztlich wird die Freude über die positive Entwicklung des Kindes und der damit verbundene Stolz überwiegen.

Der erste Monat

Endlich haltet ihr euer lang ersehntes Baby in den Händen! Gerade erst geschlüpft, muss die Geburt erst mal verarbeitet werden – und zwar von allen Beteiligten! Also ist es ratsam, die erste Zeit langsam anzugehen. Das Baby baut schon jetzt eine enge Beziehung zu den wichtigsten Bezugspersonen auf. Hast du schon vom „Bonding“ gehört? Enger Körperkontakt, am besten „Haut-zu-Haut“ stärkt die Eltern-Kind-Beziehung von Anfang an. Bereits zu Beginn ist das Baby in der Lage, Reaktionen der Mutter zu erkennen, wie etwa auch die Stimme. Denn der Hörsinn ist schon gut entwickelt. Für klares Sehen braucht euer Baby noch etwas Zeit. Auch die ersten Reflexe sind schon gut ausgeprägt: dazu zählen der Saug-, Such- und Greifreflex. Automatisch wird die Mutterbrust gesucht, vielleicht am Daumen gelutscht und das Neugeborene hält sich schon an den Fingern der Mutter fest. Auch stellen manche Eltern fest, dass sie von ihrem Baby bereits angelächelt werden. Das sogenannte Engelslächeln geschieht meist unwillkürlich, oft auch, wenn das Baby schläft. Schreit das Baby, vor allem abends oder nachts, werden zumeist die sogenannten 3-Monats-Koliken als Übeltäter angesehen. Bis zur Geburt ist der Darm des Neugeborenen steril, erst durch die erste Nahrungsaufnahme wird der Verdauungstrakt mit seinen Aufgaben vertraut gemacht. Weiters kann es sein, dass das Baby während des Trinkens und auch beim Schreien Luft schluckt – all dies kann zu Bauchweh und Blähungen führen. Zumeist lassen diese Beschwerden nach 3 bis 4 Monaten nach. Fast jedes fünfte Baby leidet zu Beginn seines Lebens an unterschiedlich stark ausgeprägtem Bauchweh. Hier kennen dein Kinderarzt und die Hebamme sicher viele hilfreiche Tricks! Es kann aber auch sein, dass dein Baby einfach mit der neuen Lebenssituation überfordert ist. Gerade noch gut geschützt, wohlig warm und umsorgt in Mama’s Bauch – und dann plötzlich konfrontiert mit vielen neuen Eindrücken. Helles Licht, Temperaturunterschiede, viele unbekannte Gesichter, der erste Spaziergang – das alles kann ein Neugeborenes rasch überfordern, und es schreit am Abend die neuen Eindrücke heraus. Also, vielleicht hilft es, immer wieder ruhige Kuscheltage einzulegen. Das tut auch der Mama gut, denn sie muss nicht nur körperlich die Geburt verarbeiten, sondern auch große hormonelle Veränderungen bewältigen. Gerade in den ersten Tagen kann es sein, dass sich eine Traurigkeit bemerkbar macht. Dann ist es wichtig, das anzusprechen, sei es, wenn dem Partner diese Veränderungen auffallen oder die Mama selbst darauf zu sprechen kommt. Hält diese Phase länger an oder wird sehr intensiv, spricht man von einer sogenannten Wochenbettdepression. Hier sollte dann auch ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Der zweite Monat

Der neue Erdenbürger kann schon die verschiedensten Klänge und Geräusche wahrnehmen und bestimmte Gegenstände erkennen, auch beginnen die meisten Babys in diesem Monat mit den Beinen zu strampeln und den Arme herumzurudern – dein Kind wird also aktiv! Das Baby interagiert durch bestimmte Gesichtsausdrücke schon unbewusst mit den Eltern, die Bewegungsabläufe werden harmonischer. Auch kann es sich am Rücken liegend Lichtquellen zuwenden oder am Bauch sein Köpfchen kurz anheben. Das Streben nach neuen Fähigkeiten ist ein wichtiger Überlebensprozess. Vielleicht fühlt sich dein Baby in einer lauten Umgebung unwohl? Der Hörsinn ist schon vollständig ausgeprägt, das Sehen wird klarer. Das Sehfeld reicht jetzt bis zu einem Meter und der Blick wird fokussierter. Auch wird den Eltern in dieser Phase zumeist das erste richtige Lächeln und erste lallende Laute geschenkt! Schon jetzt lieben es Babys, wenn man ihnen ein Lied vorsingt.

Der dritte Monat

Kinder haben die Fähigkeit, schnell zu lernen. Die nächste große Entwicklungsphase rückt näher, und das Baby sensibilisiert seine motorischen Fähigkeiten. Es greift nach Dingen, was die Muskulatur stärkt, und spielt mit seinen Händen. Auch schafft das kleine Wesen bereits, seinen Kopf selbstständig zu halten. Durch vermehrtes Strampeln kann sich das Baby auf der Spieldecke oder im Bettchen sogar ein paar Zentimeter fortbewegen. Daher ist es enorm wichtig, das Kind niemals auf dem Wickeltisch allein liegen zu lassen. In dieser Zeit verändert sich auch die Kommunikation zwischen Eltern und Kind, denn dein Baby lernt nun, den Gesichtsausdruck seiner Bezugspersonen zu deuten und kann selbst schon viele Emotionen äußern. Auch wird die Umgebung zunehmend interessanter. Gesichter, Objekte, äußere Einflüsse – all dies fasziniert dein Baby und muss verarbeitet werden. Wenn du mit deinem Baby singst oder redest, wirst du merken, dass es durch erste ute beginnt, zu antworten. Viele Kinder legen im dritten Monat ordentlich an Gewicht zu, dem sogenannten Babyspeck.

Der vierte Monat

Jetzt geht es los mit dem Training der Hand-Mund-Koordination: die verschiedenen Dinge, nach denen das Baby gegriffen hat, müssen auch anderweitig erforscht werden. Zum Beispiel mit dem Mund. Es muss ja schließlich die Konsistenz getestet werden. Auch der Geschmackssinn arbeitet in dieser Phase auf Hochtouren. Die angeborenen Reflexe aus dem ersten Monat verschwinden langsam, und werden durch bewusst gesteuerte Aktionen ersetzt. So können Dinge schon gut festgehalten werden. Allerdings werden sie dann oft nicht mehr losgelassen – hier bricht dann doch noch der Greifreflex durch. Langsam erkennt dein Baby auch, dass es noch nicht fähig ist, an interessante Dinge außerhalb seiner Reichweite zu gelangen. Vielleicht fängt es an zu quengeln? In dieser Unzufriedenheit ist es wichtig, dass du dein Baby tröstest und ihm Aufmerksamkeit schenkst. 

Der fünfte Monat

Viele Kinder sind jetzt deutlich länger wach und langsam beginnt die Bewegungsphase. Das Baby möchte nicht nur still auf dem Rücken liegen bleiben, sondern sich drehen. Der Kopf kann ohne Probleme eine längere Zeit aktiv gehalten werden. Auch ist die Koordination zwischen Hand und Mund nun fertig ausgeprägt, Gegenstände können nun ganz bewusst ergriffen, erforscht und auch wieder abgegeben werden. Alle Sinne werden nun geschärft, und eventuell zeigt dein Kind Interesse am Essen, wenn es im Familienkreis bei Tisch dabei ist. Viele beginnen nun Schritt für Schritt mit der Beikost. Macht dein Baby vielleicht den Mund nicht auf, wenn du ihm eine bestimmte Speise anbietest? Hier macht sich schon der eigene Wille deines Kindes bemerkbar! Das durchschnittliche Baby hat im Laufe des fünften Monats sein Geburtsgewicht verdoppelt.

Der sechste Monat

Nun wird dein Baby deutlich mobiler! Die meisten Kinder können schon durchs Wohnzimmer rollen und Frühstarter beginnen mit den ersten Wipp- und Krabbelübungen. Jetzt ist auch eine gute Phase, um das Gleichgewichtsorgan deinen Babys zu trainieren. Schaukeln am Arm oder „hoppe, hoppe, Reiter“ machen besonders viel Spaß! Eventuell schafft es dein Baby auch schon, einen Trinkbecher oder sein Fläschchen zu ergreifen und zum Mund zu führen. Dein Kind zeigt auch Interesse an Rasseln und erzeugt die ersten Töne. Außerdem nimmt die Visualisierungsfähigkeit zu: Das räumliche Sehen verbessert sich. Hat dein Baby in den letzten Wochen zu „fremdeln“ begonnen? Es ist ganz normal, dass es sich in den ersten Lebensmonaten voll auf seine ersten Bezugspersonen konzentriert. Vielleicht lässt es zu Beginn sogar nur die Mama zu. Nun beginnt sich dein Kind, auch für andere Personen zu öffnen. Das Baby weiß nun über die Sicherheit und den Rückhalt, den ihn seinen Eltern bieten. Beim Spazieren gehen oder in der Wohnung entdeckt es Dinge, die es wiedererkennt, und vielleicht zeigt es auch schon mit dem Finger darauf.

Der siebte Monat

Noch mehr Bewegung kommt ins Spiel. Manche Kinder beginnen zu krabbeln, andere können schon sitzen. Auch wenn dein Baby noch lieber durch die Gegend rollt, ist das völlig normal. Nun geht es auf große Entdeckungsreise! Der Sehsinn verbessert sich zunehmend, auch keine Farb- und Helligkeitsunterschiede können mittlerweile wahrgenommen werden. Das eigene Spiegelbild und Bewegungen darin werden interessiert beobachtet. Interessante Gegenstände werden nicht mehr ausschließlich mit dem Mund erkundet, sondern in den Händen umher gedreht und von allen Seiten betrachtet. Ist nicht das richtige Objekt in die Hände deines Babys gewandert oder gefällt es nicht, wird es schon einmal auf den Boden geworfen oder weggestoßen. Dein Kind kann nämlich sehr gut seine Emotionen zum Ausdruck bringen. Das können mitunter ganz schöne Wutausbrüche sein, aber auch große Zuneigung und Liebe den Eltern gegenüber. Sprachlich wird r Lautschatz erweitert, dein Kind kann nun auch durch Juchzen seine Freude ausdrücken.

Der achte Monat

Jedes Kind ist individuell – das merkst du mittlerweile ganz deutlich. Manche können sich schon an der Couch aufziehen, andere rollen lieber noch, manche sitzen ganz gerne. Allen gemeinsam ist die große Neugierde in die Umgebung mit dem Gefühl der Sicherheit im Hintergrund, das die Eltern dem kleinen Kind bieten. Auch spielt es gerne mit seiner Mimik, kann die verschiedenen Gefühle ausdrücken und reagiert auf die Gestik der Eltern. Viele Kinder beginnen jetzt wieder, auf die Abwesenheit der vertrauten Personen mit Weinen und Schreien zu reagieren und will sich nicht bei weniger bekannten Menschen aufhalten oder getragen werden.

Der neunte Monat

Dein Kind entdeckt zusätzlich zu seinen motorischen Fähigkeiten neue Welten. So werden ihm Zusammenhänge klarer und die Merkfähigkeit nimmt zu. Das Kind entdeckt das Versteckspiel, denn nun versteht es, dass Personen oder Dinge, die hinter einer Decke oder unter dem Tisch verschwinden, wieder auftauchen können. So ist es oft einfacher als Elternteil kurz mal den Raum zu verlassen, als noch 2 Wochen davor. Die Mahlzeiten werden zunehmend zu einem Erlebnis: der Tastsinn verbessert sich ständig, dein Kind kann kleine Happen selbst in den Mund nehmen. Mit seinen kleinen Fingern kann es nun gut auch kleine Teile greifen. Schon mal das Wort „Pinzettengriff“ gehört? Auch der Geschmackssinn ist gut ausgeprägt, unbeliebtes fliegt schnell mal vom Teller! Auch sprachlich machen sich Veränderungen bemerkbar: so werden erste Silbenketten wie „nana“, „dada“ oder „lala“ gebildet.

Der zehnte Monat

In dieser Entwicklungsphase beschäftigt sich das Gehirn mit der Koordination von Armen und Beinen sowie dem Zusammenspiel von Muskeln, Knochen und Gelenken, denn der Bewegungsdrang steht nun im Vordergrund. Krabbeln, Robben, Rutschen oder vielleicht auch schon die ersten Schritte trainiert dein Baby nun. Auch die Feinmotorik macht große Fortschritte: ein geschlossener Trinkbecher kann sicher zum Mund geführt werden und vielleicht will dein Kind auch schon selbstständig mit dem Löffel essen? Außerdem verstärkt sich das Interesse der Kinder für verschiedene Gesichter, vor allem auch für Kinder und dein Baby beginnt vielleicht mit ihnen zu interagieren. Ein guter Zeitpunkt, um erste Kontakte mit gleichaltrigen Kindern in Spielgruppen zu schließen. Nun werden auch die ersten Bilderbücher interessant, Vorlesen du Geschichten erzählen prägen den Wortschatz deines Kindes von Anfang an. Dein Baby erkennt auch die ersten Wörter, wie z.B. „Nein“ und spricht es vielleicht sogar selbst aus.

Der elfte Monat

Das Training für’s Gehen lernen geht weiter! Dazu kommt, dass sich der Bewegungsradius deines Babys immer weiter ausdehnt. Vielleicht krabbelt es gern durch ein Spieltunnel oder versteckt sich in einer Höhle aus Decken. Es erkennt, dass es an hoch liegende interessante Gegenstände nicht herankommt und versucht vielleicht, auf ein Regal oder einen Kasten zu klettern. Ein guter Zeitpunkt, um deine Möbelstücke auf Kindersicherheit zu überprüfen und vielleicht die eine Kommode an der Wand fest zu machen oder die scharfen Ecken des Couchtisches zu schützen. Blauen Flecken und der eine und andere Sturz zählen in dieser Lebensphase dazu. Mittlerweile kannst du dein Kind schon gut in deinen Tagesablauf integrieren. Hast du schon einmal ausprobiert, gemeinsam die Wäsche in die Waschmaschine zu stopfen? Oder hilft es dir, den Geschirrspüler auszuräumen? Auch die sprachliche Entwicklung schreitet voran. So zeigt dein Kind auf bekannte Gegenstände, oft begleitet von einem „Da!“ oder „Das da!“.

Der zwölfte Monat

Happy Birthday! Am Ende des zwölften Lebensmonats steht ein großes Ereignis an: der erste Geburtstag! Nun ist dein Kind kein Baby mehr, sondern offiziell ein Kleinkind. Zeit, die Fotos und Videos von den ersten Wochen hervor zu holen und die Veränderungen zu betrachten. Wie sehr hat sich dein Kind in diesem ersten Jahr verändert? Hat es bei der Geburt vielleicht wie Mama ausgesehen und kommen nun prägende Eigenschaften vom Papa durch? Auch die Charakterzüge sind schon sehr gut auszumachen. Das Gehen und Sprechen werden immer besser und das Kind wird auch beim Spielen kreativer. Oft sind es die ersten Worte, die die Eltern so richtig verzücken: Wer schmilzt nicht beim ersten „Mama“ oder „Papa“ dahin? Je du von Anfang an mit deinem Kind sprichst, umso schneller wächst auch dessen Wortschatz. Dein Kind wird selbstständiger, es vertraut auch schon darauf, dass seine Bezugspersonen wieder kommen, wenn sie das Zimmer oder das Haus verlassen. Nun ist dein Kind auch alt genug, um am Familientisch mitzuessen und sich durchzukosten. Biete ihm viele unterschiedliche Speisen an, so kn es seine eigenen Geschmacksvorlieben entwickeln!

 

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