Mythos Salzstangen und Cola: Was hilft wirklich bei Durchfall, Verstopfung & Co.?

Ein Mythos lautet: Salzstangen und Cola helfen bei Durchfall. Stimmt das? Ein anderer Mythos heißt: Ein Schnäpschen nach dem Essen bringt die Verdauung in Schwung. Nun, bekommt man von Bananen Verstopfung und von frischem Brot Bauchweh? Fragen über Fragen. Wir nehmen hier für euch etliche Mythen ins Visier und liefern euch auch eine Reihe von Hausmitteln, die bei Durchfall oder Verstopfung helfen.

Cola und Salzstangen

Der Mythos, bei Durchfall Salzstangen und Cola zu sich zu nehmen, hält sich schon seit Jahrzehnten hartnäckig. Tatsache ist, dass durch den Flüssigkeitsverlust bei Durchfall viel getrunken werden soll. Aber keine Cola. Elektrolytgetränke, stilles Mineralwasser, Kräutertees oder Brühe sind hier zu empfehlen. Das enorm zuckerreiche Cola enthält viel Koffein und verschlimmert eher die Symptome. Salzstangen enthalten zwar Natrium, doch es fehlt an Kalium. Vor allem für Kinder ist diese Kombination ungeeignet, da sie empfindlicher als Erwachsene auf Flüssigkeitsverluste reagieren.

Tipp

Elektrolytlösungen aus der Apotheke, die eine Mischung aus Kochsalz, Natriumcitrat und Kaliumchlorid sowie Traubenzucker enthalten.
Oder du stellst dir die Lösung selbst her: In einen Liter abgekochtes Wasser kommen je ein Teelöffel Kochsalz und Backpulver. Dazu zwei Esslöffel Zucker oder Honig oder sieben Teelöffel Traubenzucker und der Saft von vier Orangen. In kleinen Schlucken trinken.
Weiters: Die Österreichische Gesellschaft für Phytotherapie empfiehlt eine Variante der Karottensuppe nach Moro: 500 g geschälte Karotten in 1L Wasser 1 bis 1 1/2 Stunden kochen, 3 g Kochsalz (ein knapp gestrichener Teelöffel) zufügen, ca. 1 Teelöffel Butter und 1 Esslöffel Zucker dazugeben und zu einem Brei verarbeiten. „Wird von Kindern deutlich lieber gegessen.“

12 weitere Mythen über die Verdauung

1. Wasser zum Essen: Für eine gute Verdauung benötigt der Darm ausreichend Flüssigkeit. Du kannst also getrost Wasser zum Essen trinken
2. Bananen verstopfen: Reife Bananen führen zu keiner Verstopfung. Sie enthalten viel Magnesium und Ballaststoffe, die die Verdauung eher anregen. Einzig die in der Banane enthalten Stärke ist schwerer verdaulich (vor allem bei unreifen Bananen)
3. Schnaps nach dem Essen: Schnaps hilft der Verdauung nach dem Essen leider nicht. Im Gegenteil: Alkohol zum oder nach dem Essen verzögert sie
4. Frisches Brot: Viele glauben, dass frisches Brot zu Bauchschmerzen führt. Nicht mehr als älteres Brot. Die Hefepilze wurden bereits beim Backen abgetötet. Gründlich kauen und nicht zu schnell essen ist wichtig
5. Milch und Sodbrennen: Milch kann die Säurebildung des Magens anregen und hilft daher meist nicht bei Sodbrennen. Besser sind Heilerde oder Natron
6. Scharfe Gewürze: Im Gegensatz zur oft geteilten Meinung führen scharfe Gewürze allein nicht zu Magengeschwüren. Dazu sind verschieden Risikofaktoren nötig. Etwa Stress
7. Verstopfung vergiftet den Körper: Stimmt nicht! Trotzdem sollte man seine Verdauung durch Bewegung und ballaststoffreiche Ernährung in Schwung halten
8. Warme Mahlzeit: Eine warme Mahlzeit am Tag muss sein, sagt ein Mythos. Doch egal, ob kalt oder warm. Für die Verdauung ist das unwichtig Nicht egal ist allerdings das zu starke Erhitzen und Kochen von Gemüse. Da gehen viele wertvolle Vitamine verloren
9. Kaugummi: Solltest du einen Kaugummi verschluckt haben, bleibt er nicht jahrelang im Magen liegen, sondern wandert durch das Verdauungssystem und wird nach einigen Tagen wieder ausgeschieden
10. Käse: Das Fett im Käse schließt tatsächlich den Magenpförtner und verzögert damit die Verdauung. Ob das allerdings nötig ist, sei
dahingestellt
11. Rohkost: Wenn du bereits unter Verstopfung leidest, solltest du an Abend keine Rohkost essen. Ballaststoffreiche Kost hilft zwar einer Verstopfung vorzubeugen, doch sie löst auch Blähungen aus
12. Lakritze: Die in Lakritze enthaltene Süßholzwurzel hat eine entzündungshemmende Wirkung und kann auch bei Magenbeschwerden eingesetzt werden. Doch im Übermaß genossen, können Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen die Folge sein

Hausmittel bei Durchfall

Bei schwerem und langanhaltendem Durchfall (z.B. länger als 48 Stunden) solltest du in jedem Fall einen Arzt konsultieren. Kinder unter einem Jahr (sowie bei Fiber) sollten sofort zum Arzt. Je jünger das Kind, umso größer die Gefahr einer Dehydrierung. Bei leichten Durchfällen gibt es einige Hausmittel zur Unterstützung deines Körpers:

• Leinsamen: Über Nacht in Wasser einlegen, damit sie aufquellen können. Leinsamen binden viel Flüssigkeit
• Salbei: Salbei wirkt entzündungshemmend und beruhigend. Am besten als Tee einnehmen
• Gänsefingerkraut: Zwei Teelöffel getrocknetes Gänsefingerkraut in eine Tasse heißes Wasser geben. 15 Minuten ziehen lassen und abseihen Abkühlen lassen und lauwarm trinken. Auch russischer Tee ist gut. Durch die vielen Gerbstoffe verdickt sich der Stuhl
• Heilerde: Heilerde kann auch in Wasser aufgelöst und eine Stunde vor oder nach dem Essen getrunken werden. Heilerde hilft, Giftstoffe im Darm zu binden, sodass sie schneller ausgeschieden werden können. Gleichzeitig werden Mineralstoffe und Spurenelemente abgegeben. Heilerde bekommst du in der Apotheke oder in Drogeriemärkten
• Geriebener Apfel: Durch das Reiben eines Apfels wird Pektin freigesetzt, das Schadstoffe im Darm bindet. Den Apfel aber braun werden lassen

Hausmittel bei Verstopfung

Bei Verstopfung ist es zunächst wichtig, viel zu trinken. Manchmal hilft auch ein Glas warmes Wasser auf nüchternen Magen, um den Stuhl aufzuweichen. Meist ist Verstopfung eine Folge von ballaststoffarmer oder einseitiger Ernährung. 

• Leinsamen: Ja, du liest richtig. Leinsamen helfen sowohl bei Durchfall als auch bei Verstopfung. Das Aufquellen der Samen bindet nicht nur viel Flüssigkeit, sondern löst auf die Darmwand einen Dehnungsreiz aus und kurbelt die Verdauung wieder an. Du solltest aber viel Wasser dazu trinken
• Kleie: Du kannst dir zwei bis drei Esslöffel Kleie in einen Saft oder ins Essen mischen. Das versorgt den Darm mit Ballaststoffen
• Trockenobst: Vor allem über Nacht eingeweichte Pflaumen, die dann vor dem Frühstück samt Flüssigkeit verzehrt werden sollen, können eine Verstopfung lösen. Natürlich eignen sich auch Rosinen oder Datteln, die du zwischendurch essen kannst
• Wärmeflasche: Eine Wärmflasche, für 30 Minuten auf den Bauch gelegt, kann auch helfen
• Milchzucker: Zwei Esslöffel Milchzucker am Tag unterstützen die Darmtätigkeit. Bei Kindern sollte die Dosis weniger sein. Frag deinen Apotheker

Tags: Ernährung, Darm

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