Die Kraft der Natur

Die Kamille

Die Echte Kamille (lat. Matricaria chamomilla oder Chamomilla recutita) ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie hat aber auch diverse volkstümliche Bezeichnungen wie: Apfelkraut, Apfelblümlein, Ganille, Garnille, Gramillen, Haugenblume, Helmergen, Helmriegen, Hermel, Hermelin, Herminzel, Kamelle, Kammerblume, Kühmelle, Kummerblume, Laugenblume, Mägdeblume, Mariamagdalenakraut, Muskatblume, Mutterkraut, Remi, Romerei.
Die ursprüngliche Heimat der Echten Kamille ist Süd- und Osteuropa, sowie Vorderasien. Heute ist sie in ganz Europa, Nordamerika und auch in Australien eingebürgert. Sie wächst auf Äckern und auf Ödland, bevorzugt auf frischen, nährstoffreichen, meist kalkarmen und eher humosen Lehm- und Tonböden.

Die Kamille ist eine einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 15 bis 50 cm. Alle Pflanzenteile besitzen einen starken, charakteristischen Geruch. Der lateinische Gattungsname "Matricaria" leitet sich vom lateinischen Wort für Gebärmutter (Matrix) ab und verweist auf die erste volksmedizinische Verwendung der Kamille bei Frauenleiden.
Die Kamille gehört sicherlich zu den bekanntesten und beliebtesten Heilpflanzen und wird nach wie vor in der Naturheilkunde aufgrund ihrer vielseitigen Wirkungen, vor allem bei Magen- und Darmbeschwerden und Entzündungen, verwendet. 2002 wurde sie zur Heilpflanze des Jahres gewählt.

Die Blüten

Als traditionell-pflanzliche Arznei kommen die Kamillenblüten (Flos matricariae) zum Einsatz. Der altbewährte Kamillentee ist dir sicherlich bekannt.
Die Blüten enthalten zu 0,3-1,5 % ätherisches Öl, das unter anderem aus den Substanzen
α-Bisabolol und Matricin besteht. Wird das ätherische Öl mittels Wasserdampfdestillation gewonnen, bildet sich aus dem farblosen Matricin das gefärbte Chamazulen, das dem Öl seine tiefblaue Farbe verleiht.
Außerdem finden sich 30 verschiedene Flavonoide (bis 6%), zum Beispiel die Stoffe Apigenin, Quercetin, Lutein und Rutin.
Weitere Verbindungen sind Cumarine wie Umbelliferon, Anissäure, Kaffeesäure, Vanillinsäure und viele weitere Inhaltsstoffe. Der Schleimstoffgehalt beträgt 3-10 %.

In der traditionell-pflanzlichen Medizin wird die Kamille aufgrund zahlreicher Eigenschaften gerne eingesetzt: So soll sie wundheilungsfördernd, entzündungshemmend, krampflösend, entblähend, mild beruhigend, reizlindernd und keimwidrig wirken. Zum Einsatz kommt sie innerlich und äußerlich in Form von Tee, Tinkturen, Salben, Bädern, etc.


Keine Apotheke ohne Kamillentee!

Kamillentee ist eines der bewährtesten Hausmittel. So wird der Aufguss mit dem charakteristischen Geschmack nicht nur als Getränk verwendet, sondern auch zum Gurgeln und als Spüllösung eingesetzt. Als traditionelle pflanzliche Arzneimittel werden oftmals Zubereitungen aus der Kamillenblüte bei Entzündungen und Krämpfen im Magen-Darm-Bereich in der Arztpraxis verordnet.

Auch für Haut- und Schleimhautprobleme wird die Kamille gerne eingesetzt. Je nach Anwendungsgebiet bieten sich Spülungen, Sitzbäder, Umschläge oder kamillenhaltige Salben und Cremen an. Als Massageöl angewendet, zeigen die beruhigenden Inhaltsstoffe des Kamillenöls gemeinsam mit sanften Bewegungen und Streicheleinheiten wohltuende Effekte bei jung und alt. Gerade Babys lieben eine Bäuchleinmassage zur Entspannung!

DIY Kamillen-Zink-Creme

Die Kamillen-Zink-Creme ist eine feste, zähe Paste, die auf der Haut einen ausgeprägten Schutzfilm hinterlässt. Das macht sie geeignet, um Baby-Popos zu pflegen und zu schützen. Gerade die zarte Babyhaut braucht oftmals eine Extraportion Pflege, da die Feuchtigkeit durch das Tragen von Windeln Reizzustände hervorrufen kann. In diesen Fällen solltest du mit deinem Kind auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

Zutaten:
• 25 ml Kamillen-Ölauszug (extra Rezept)
• 6 g Bienenwachs
• 15 g Lanolin anhydricum
• 25 ml Kamillen-Tinktur
• 5 g Zinkoxid


Weiters:
Salbentiegel zum Abfüllen der fertigen Creme
2 hitzebeständige Gefäße
Kochlöffel, Kochtopf
Tipp: Die Zutaten und Salbentiegel bekommst du in deiner Apotheke!

Anleitung:
1. Vermisch Öl, Wachs und Lanolin in einem Glas zur Fettphase.
2. Gieße die Tinktur in ein zweites Glas als Wasserphase.
3. Stell beide Gläser in ein heißes Wasserbad.
4. Erhitze beide Gläser, bis die festen Bestandteile der Fettphase geschmolzen sind.
5. Gieße dann die Wasserphase nach und nach unter ständigem Rühren in die Fettphase.
6. Rühren, rühren, rühren - bis die Mischung fest wird und auf Handwärme abgekühlt ist. Schau, dass keine Klümpchen entstehen. Falls doch, dann stellst du das ganze nochmals ins Wasserbad.
7. Gib zuletzt das Zinkpulver in eine separate Schüssel und rühre die abgekühlte Salbenmischung portionsweise hinein, bis eine zähe Paste entsteht. So vermeidest du eine Klumpenbildung des Pulvers.
8. Fülle die fertige Creme in einen größeren oder mehrere kleine Salbentiegel und beschrifte sie mit Namen und Datum.

Eine ordnungsgemäß hergestellte Creme ohne Konservierungsmittel hält sich bei Zimmertemperatur für circa eine Woche. Im Kühlschrank verlängert sich die Haltbarkeit auf circa zwei Wochen.

Früher wurde Kamillentee übrigens gern bei Augenentzündungen eingesetzt. Doch von dieser Anwendung solltest du lieber die Finger lassen! Augenentzündungen bedürfen immer einer ärztlichen Begutachtung. Weiters kann die Kamille am Auge angewendet allergische Reaktionen hervorrufen.

Auch bei einer bekannten Allergie auf Korbblütler (= Asteraceae) ist die Kamille als Mitglied dieser Pflanzenfamilie nicht das richtige Kraut für dich. Du findest in der Natur jedoch viele andere Pflanzen, die für dich besser verträglich sind!

Sämtliche Angaben stellen weder einen Aufruf zur Selbstmedikation noch Heilversprechen dar und ersetzen auch keinen Arztbesuch. Solltest du unter krankhaften Beschwerden leiden, konsultiere bitte deinen Arzt bzw. deine Ärztin oder deinen Apotheker bzw. deine Apothekerin des Vertrauens.

 

 

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